Passive Kandidaten: So gewinnt ihr Mitarbeiter, die nicht aktiv auf Jobsuche sind

Passive Kandidaten: So gewinnt ihr Mitarbeiter, die nicht aktiv auf Jobsuche sind

Veröffentlicht am 19. März 2025

Sissy Scheible

Sissy Scheible

Recruitment

Passive Kandidaten - Das Wichtigste in Kürze:

  • Passive Kandidaten (passive Bewerber) sind Fachkräfte, die derzeit nicht aktiv auf Jobsuche sind, aber offen für neue berufliche Möglichkeiten sein könnten.

  • Passive Bewerber benötigen einen externen Impuls, müssen also aktiv von euch angesprochen werden, damit sie sich für eure offenen Stellen interessieren.

  • Passive Kandidaten passen oft besser zu euren fachlichen Anforderungen, als aktive Bewerber, da ihr diese gezielter auswählen könnt. 

  • Im Artikel verraten wir euch die besten Strategien, wie ihr passive Kandidaten ansprechen und von eurem Unternehmen überzeugen könnt. 

2 von 10 Kandidaten wechseln ihren Job, weil sie aktiv von anderen Unternehmen angesprochen werden, obwohl sie gar nicht auf Jobsuche sind. 

Das zeigt: Wer mehr qualifizierte Bewerbungen erhalten will, sollte die Ansprache passiver Kandidaten fest in seine Recruiting-Strategie integrieren.

Wir haben die besten Tipps für euch, wie ihr passive Kandidaten für euer Unternehmen gewinnen könnt. 

Was sind passive Kandidaten?

Passive Kandidaten (passive Bewerber) sind Fachkräfte, die derzeit nicht aktiv auf Jobsuche sind, aber offen für neue berufliche Möglichkeiten sein könnten. Sie sind in der Regel in einer festen Anstellung, zufriedener mit ihrer aktuellen Position als aktive Bewerber und verfolgen keinen akuten Wechselwunsch. Dennoch sind sie unter den richtigen Umständen bereit, sich neue Karrieremöglichkeiten anzuhören und sogar den Job zu wechseln, wenn das Angebot besonders attraktiv ist.

Unterschied zwischen aktiven und passiven Kandidaten

Aktive Kandidaten befinden sich aktiv auf Jobsuche. Sie durchforsten Jobportale, erstellen Bewerbungsunterlagen, kontaktieren Unternehmen und bewerben sich gezielt auf offene Stellen. Passive Kandidaten hingegen nehmen nicht aktiv an diesem Prozess teil. Ihr Fokus liegt auf ihrer aktuellen beruflichen Situation, und sie benötigen oft einen externen Impuls, um sich mit einem neuen Jobangebot auseinanderzusetzen. Sie müssen also aktiv von euch angesprochen und auf euer Unternehmen und eure Stellenangebote aufmerksam gemacht werden. 

MerkmalAktive KandidatenPassive Kandidaten

Jobsuche

Aktiv

Nicht aktiv

Motivation

Suchen neue Herausforderung

Offen für Angebote

Bewerbungsverhalten

Bewerben sich selbst

Müssen angesprochen werden

Dringlichkeit

Hoch

Mittel bis niedrig

Warum sollten Unternehmen passive Kandidaten ansprechen?

Wenn ihr euch nur um aktive Bewerber bemüht, könnt ihr, im Vergleich zu anderen Unternehmen aus eurer Branche, das Nachsehen haben, besonders wenn ihr auf der Suche nach Fachkräften und High Potentials seid. Die Konkurrenz am Markt um aktiv suchende Fachkräfte ist groß und die meisten Fachkräfte befinden sich bereits in einer Festanstellung und suchen nicht aktiv nach einem neuen Job. Erweitert ihr euer Recruiting um passive Bewerber, könnt ihr also eure Chancen erhöhen, hochqualifizierte Mitarbeiter für euer Unternehmen zu gewinnen. 

Vorteile der Ansprache von passiven Kandidaten

  • Mehr Auswahl: Durch die Integration von passiven Bewerbern in eure Recruiting-Strategie könnt ihr aus einem wesentlich größeren Pool an Talenten schöpfen.

  • Höhere Qualifikationen: Passive Kandidaten haben oft mehr Berufserfahrung und genau die spezifischen Fachkenntnisse, nach denen ihr sucht. 

  • Weniger Wettbewerb: Da sich passive Kandidaten nicht aktiv bewerben, konkurriert ihr weniger mit anderen Arbeitgebern.

  • Langfristige Planung: Durch frühzeitige Identifikation von Talenten könnt ihr strategische Personalplanung betreiben.

Die Vorteile von passiven Kandidaten für Unternehmen im Recruiting

Passive Kandidaten für euer Unternehmen zu gewinnen braucht zwar mehr Zeit, bietet dafür aber einige Vorteile.

Nachteile der Ansprache von passiven Bewerbern

Es dauert häufig länger, passive Kandidaten zu überzeugen, zu euch ins Unternehmen zu wechseln. Zudem haben passive Bewerber oft Kündigungsfristen, die sie einhalten müssen. Für die akute Besetzung von offenen Stellen sind passive Kandidaten daher weniger geeignet. 

Nachteile aktiver Bewerber

Aktive Bewerber lassen sich oft leichter davon überzeugen, für ein Unternehmen zu arbeiten, bringen aber zum Teil auch Nachteile mit sich:

  • Fehlende spezifische Qualifikationen: Wenn ihr nach ganz bestimmten Qualifikationen sucht, ist es oft schwierig, genau diese bei aktiven Bewerbern zu finden. 

  • Zu wechselwillig: Ein großer Anteil der aktiven Bewerber wechselt überdurchschnittlich oft den Job. Sucht ihr nach Mitarbeitern, die möglichst lange in eurem Unternehmen tätig sein sollen, solltet ihr deshalb im Lebenslauf darauf achten, wie oft der Kandidat den Job wechselt. 

  • Unzufriedenheit mit Arbeitgeber: Hat der Kandidat seinen Job wegen Unzufriedenheit mit dem Arbeitgeber gekündigt, gilt es zu ergründen, ob das begründet war oder ob der Bewerber generell schnell mit seinem Arbeitgeber unzufrieden ist.

  • Karriere wichtiger: Viele wechseln den Job, um Karriere zu machen, wogegen eigentlich nichts spricht. Ihr lauft aber Gefahr, den neuen Mitarbeiter schnell wieder zu verlieren, wenn dieser mehr auf Karriere aus ist, als auf eine langfristige Mitarbeit.   

Generell gilt es genau zu ergründen, warum der aktive Bewerber sein vorheriges Arbeitsverhältnis verloren oder aufgegeben hat, um sicherzugehen, mit dem Kandidaten einen langfristigen und qualifizierten Mitarbeiter zu erhalten. 

So erreicht ihr passive Kandidaten: Die besten Strategien

Passive Kandidaten lassen sich nicht einfach über eine Google-Suche finden. Um passive Kandidaten zu finden und zu erreichen, solltet ihr folgende Strategien nutzen: 

Passive Kandidaten mit Social Media Recruiting ansprechen

Plattformen wie LinkedIn, Facebook oder Instagram eignen sich hervorragend, um passive Kandidaten zu identifizieren und mit ihnen in Kontakt zu treten. Dabei solltet ihr nicht nur Stellenanzeigen posten, sondern auch eure Arbeitgebermarke gezielt aufbauen. Teilt regelmäßig spannende Einblicke in euer Unternehmen, Mitarbeitergeschichten und Fachbeiträge, um Interesse zu wecken. 

Zudem könnt ihr durch gezielte Werbeanzeigen auf Social Media genau die Personen erreichen, die zu eurem Anforderungsprofil passen. Eine direkte und authentische Ansprache erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass passive Kandidaten auf euer Unternehmen aufmerksam werden und sich für eine neue Position interessieren.

Direktansprache passiver Kandidaten mit Active Sourcing

Gezielte Direktansprache ist eine der effektivsten Methoden, um passive Kandidaten zu gewinnen. Plattformen wie LinkedIn oder Xing bieten leistungsstarke Suchfunktionen, mit denen ihr geeignete Talente identifizieren könnt. Wichtig ist dabei eine individuelle, persönliche Ansprache, die sich von Standardnachrichten abhebt. Stellt klar, warum ihr gerade diesen Kandidaten kontaktiert und welche Vorteile eine Zusammenarbeit für ihn oder sie bieten würde. Eine durchdachte, wertschätzende Kommunikation erhöht die Chance, dass passive Kandidaten Interesse zeigen und in einen Dialog mit euch treten.

Passive Bewerber durch Mitarbeiter als Markenbotschafter erreichen

Eure Mitarbeiter sind die besten Fürsprecher für euer Unternehmen. Sie können ihre eigenen Netzwerke nutzen, um potenzielle neue Kollegen auf offene Stellen aufmerksam zu machen. Eine starke Unternehmenskultur und attraktive Arbeitsbedingungen sorgen dafür, dass eure Mitarbeiter gerne über ihren Arbeitgeber sprechen. Ihr könnt gezielt ein Empfehlungsprogramm einführen, das Anreize schafft, talentierte Fachkräfte aus dem eigenen Umfeld weiterzuempfehlen. Persönliche Empfehlungen haben eine hohe Glaubwürdigkeit und können passive Kandidaten motivieren, sich mit einer neuen beruflichen Herausforderung auseinanderzusetzen.

Gezieltes Online-Targeting mit Recruiting Ads erreicht mehr passive Kandidaten

Mit Online-Werbung könnt ihr passive Kandidaten genau dort ansprechen, wo sie sich aufhalten, auf Social Media, in Suchmaschinen oder auf spezialisierten Webseiten. Mit Recruiting Ads könnt ihr gezielt nach Berufsbezeichnung, Standort und Interessen filtern, um eure Zielgruppe treffsicher zu erreichen. Tools wie jobfire automatisieren diesen Prozess und ermöglichen eine gezielte, standortgenaue Ausspielung von personalisierten Anzeigen. Durch ansprechende Werbebotschaften, die die Vorteile eurer offenen Position hervorheben, könnt ihr die Aufmerksamkeit potenzieller Kandidaten gewinnen und sie dazu motivieren, sich näher mit eurem Angebot zu beschäftigen.

Passive Kandidaten über Talent Pools für euch gewinnen

Nicht jeder passive Kandidat wird sofort für eine offene Stelle infrage kommen, aber das bedeutet nicht, dass er für euer Unternehmen uninteressant ist. Baut langfristige Beziehungen auf, indem ihr vielversprechende Kontakte in einem Talent Pool speichert. So könnt ihr diese Kandidaten zu einem späteren Zeitpunkt erneut ansprechen, wenn eine passende Stelle frei wird. 

Haltet den Kontakt durch regelmäßige Updates, Newsletter oder Einladungen zu Unternehmensveranstaltungen aufrecht. Auf diese Weise bleibt euer Unternehmen im Gedächtnis und potenzielle Kandidaten fühlen sich wertgeschätzt.

Ein starkes Employer Branding überzeugt mehr passive Kandidaten

Ein starkes Employer Branding sorgt dafür, dass passive Kandidaten von selbst auf euer Unternehmen aufmerksam werden. Zeigt authentisch, was euer Unternehmen als Arbeitgeber besonders macht, z.B. durch eine offene Unternehmenskultur, attraktive Benefits oder spannende Karrieremöglichkeiten

Veröffentlicht regelmäßig Inhalte auf eurer Karriereseite und Social-Media-Kanälen, die Einblicke in den Arbeitsalltag geben und die Werte eures Unternehmens vermitteln. Je überzeugender euer Außenauftritt ist, desto eher werden passive Kandidaten neugierig und offen für einen Wechsel.

Nutzt Karrierenetzwerke und Events, um passive Kandidaten zu erreichen

Der persönliche Kontakt ist oft der beste Weg, um passive Kandidaten zu gewinnen. Besucht Fachmessen, Karrieretage und Branchenevents, um direkt mit qualifizierten Fachkräften ins Gespräch zu kommen. Solche Veranstaltungen bieten eine entspannte Umgebung, um sich kennenzulernen und über mögliche Karriereoptionen zu sprechen. Auch Online-Events, Webinare oder Networking-Veranstaltungen sind eine gute Möglichkeit, eure Arbeitgebermarke zu präsentieren und potenzielle Talente von eurem Unternehmen zu überzeugen.

Tipps um passive Kandidaten im Recruiting anzusprechen und für das Unternehmen zu begeistern.

Mit diesen Tipps erreicht ihr passive Kandidaten effektiv.

Fazit: Integriert passive Kandidaten in euren Recruiting-Mix

Wie im Artikel klar wurde, bieten euch passive Kandidaten für euer Recruiting viele Vorteile. Natürlich solltet ihr nicht alleine auf die Rekrutierung passiver Kandidaten setzen, sondern euch auch um aktive Bewerber bemühen. Der richtige Mix aus Recruiting-Maßnahmen für aktive und passive Bewerber ermöglicht euch im War for Talents einen entscheidenden Vorteil gegenüber euren Mitbewerbern. So könnt ihr auch in Zeiten des Fachkräftemangels neue Mitarbeiter gewinnen, die genau die Fähigkeiten mitbringen, die für eure freien Stellen notwendig sind.  



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